Die Verben

 

Dazu gehören:

 

  • Verben mit Objekten (transitiv/intransitiv)
  • reflexive Verben ( sich waschen )
  • Verben mit präpositionalen Angaben (denken an =Akkusativ; halten von = Dativ)
  • Funktionsverben (ein Gespräch führen / eine Vereinbarung treffen)Das Verb bildet zusammen mit einem Substantiv das Prädikat.
  • Trennbare Verben und nicht trennbare Verben (einkaufen: ich kaufe ein/ verkaufen: ich verkaufe

 

 

 

Verben mit Objekten – transitive und intransitive Verben

 

Es gibt sozusagen 2 Arten von Verben: transitive und intransitiver Verben

 

 

  1. Transitive Verben: benötigen ein Akkusativobjekt (Wen/Was?)können das Passiv bilden

Beispiel: Jutta macht jedes Jahr Urlaub in Frankreich.

transitives Verb Akkusativobjekt

 

Passiv: Urlaub wird jedes Jahr in Frankreich gemacht.

 

Beispiel: Der Architekt hat ein Öko-Haus gebaut.

Passiv: Das Öko-Haus ist vom Architekten gebaut worden.

 

 

 

 

  1. Intransitive Verben: – Objekte stehen im Dativ: Er hilft ihm.

– Objekte stehen im Genitiv: Wir gedenken des Toten.

– können mit adverbialen Bestimmungen der Zeit, des Ortes oder

der Art und Weise ergänzt werden

– mit einer Präposition

– oder ohne Objekt

– können kein Passiv bilden

– hierzu gehören auch die reflexiven Verben

 

Beispiel: Ein Boot fährt auf dem See.

intransitives Verb adverbiale Bestimmung des Ortes

 

Beispiel reflexive Verben: Peter und Susanne erholen sich am Wochenende.

 

Verben können sowohl transitiv als auch intransitiv gebraucht werden.

 

Beispiel transitiv: Sie spricht die deutsche Sprache.

Beispiel intransitiv: Sie spricht mit dem Arzt.

 

 

Reflexive Verben

 

Reflexive Verben sind Verben mit einem Reflexivpronomen (rückbezügliches Pronomen).

Wir verwenden sie, wenn Subjekt und Objekt dieselbe Person sind.

Es gibt echte und unechte reflexive Verben:

 

Echte reflexive Verben: Ich bedanke mich. Hier kann kein Substantiv als Ersatz stehen.

Du entschuldigst dich.

Er beeilt sich.

Unechte reflexive Verben: Ich wasche mich. Aber: Ich wasche meine Wäsche. Ersatz.

 

Bei den meisten reflexiven Verben steht das Reflexivpronomen im Akkusativ.

 

Personalpronomen

Verb

Reflexivpronomen

Ich

bedanke

mich.

Du

bedankst dich.

Er/sie/es

bedankt sich.

Wir

bedanken uns.

Ihr

bedankt euch.

Sie

bedanken sich.

 

Reflexivpronomen im Dativ

verwendet man, wenn ein weiteres Objekt hinzukommt.

Reflexivpronomen im Dativ und Akkusativ unterscheiden sich nur in der 1. und 2. Person Singular: mir-mich / dir-dich

 

Personalpronomen

Verb

Reflexivpronomen
Ich kämme mir die Haare.
Du wäscht dir die Hände.
Er/sie/es putzt sich die Zähne.
Wir freuen uns auf das Abendessen.
Ihr zieht euch den Mantel an.
Sie ziehen sich die Jacken aus.

 

 

 

Verben mit präpositionalen Angaben

 

Einige Verben sind fest mit einer Präposition verbunden. Die Präposition verlangt einen bestimmten Kasus (Fall) – Akkusativ oder Dativ

 

Beispiele Akkusativ: achten auf – Die Autofahrer müssen auf den Verkehr achten.

denken an – Peter denkt oft an seinen letzten Urlaub.

warten auf – Wir warten auf den Bus.

sich interessieren für (reflexiv) – Ich interessiere mich für das neue Auto.

sich entschuldigen für (reflexiv) – Jens entschuldigt sich für sein schlechtes

Verhalten.

 

Beispiele Dativ: gehen um – Es geht um ein bestimmtes Problem.

abhängen von – Alles hängt von dir ab.

tanzen mit – Peter möchte mit Susi tanzen.

sich verabschieden von (reflexsiv) – Peter verabschiedet sich von mir.

sich unterhalten mit (reflexiv) – Ich unterhalte mich gern mit

meiner Nachbarin.

 

 

Es gibt auch Verben mit mehreren präpositionalen Ergänzungen wie z.B:

 

  • sich beschweren bei (Dativ) über (Akkusativ) – Ich beschwere mich bei meinem Nachbarn über sein schlechtes nachbarschaftliches Verhalten.
  • sich bedanken bei (Dativ) für (Akkusativ) – Ich bedanke mich bei dir für den schönen Tag.
  • sprechen mit (Dativ) über (Akkusativ) – Ich möchte mit Ihnen über eine Gehaltserhöhungsprechen.

 

 

 

Funktionsverben

 

Manchmal bilden Verben mit einem Substantiv (als Akkusativobjekt/ Präpositionalobjekt/ prädikative Präpositionalgruppe) das Prädikat. Diese Kombination nennt man Funktionsverbgefüge.

Es sind feste Nomen-Verb-Verbindungen.

 

In Funktionsverbgefügen sind die eigentlichen Bedeutungsträger die Nomen, nicht die Verben.

Man kann oft Funktionsverbgefüge durch ein Vollverb oder ein Adjektiv ersetzen. Das ist sozusagen eine Stilvariante.

Z.B.: eine Frage stellen – fragen

eine Wahl treffen – wählen

eine Forderung stellen – fordern

sich zur Wehr setzen – sich wehren

außer Gefahr sein – nicht gefährdet sein (Adjektiv)

eine Vermutung anstellen – vermuten

 

Kleine Auswahl wichtiger Funktionsverben:

 

bringen zur Sprache bringen

in Verlegenheit bringen

unter Kontrolle bringen

zu Ende bringen, zum Abschluss bringen

zum Ausdruck bringen

in Ordnung bringen

finden Unterstützung finden

Anerkennung finden

Gehör finden

Anwendung finden

Gefallen finden

geben einen Rat geben

sich Mühe geben

einen Befehl geben

 

geraten in Angst geraten

in Armut geraten

in Aufregung geraten

in Bedrängnis geraten

in Verdacht geraten

in Vergessenheit geraten

halten in Ordnung halten

Wache halten

leisten einen Beitrag leisten

Hilfe leisten

Widerstand leisten

nehmen Abschied nehmen

in Angriff nehmen

in Anspruch nehmen

Anteil nehmen

in Betrieb nehmen

Bezug (auf) nehmen

Einfluss nehmen (auf)

in Empfang nehmen

zur Kenntnis nehmen

Rücksicht nehmen (auf)

setzen in Bewegung setzen

in Kenntnis setzen

sich in Verbindung setzen (mit)

stehen zur Diskussion stehen

unter Druck stehen

im Gegensatz stehen (zu)

in Kontakt stehen (zu)

zur Verfügung stehen

in Widerspruch stehen

stellen Ansprüche stellen

einen Antrag stellen (auf)

eine Bedingung stellen

eine Forderung stellen

in Frage stellen

unter Beweis stellen

in Rechnung stellen

treffen eine Absprache treffen

eine Abmachung/Vereinbarung treffen

eine Wahl treffen

eine Entscheidung treffen

eine Maßnaheme treffen

eine Vorbereitung treffen

eine Vorsorge treffen

unternehmen eine Reise unternehmen

einen Versuch unternehmen

Anstrengungen unternehmen

ziehen in Betracht ziehen

in Erwägung ziehen

in Mitleidenschaft ziehen

ins Vertrauen ziehen

 

 

 

Trennbare und nicht trennbare Verben

 

Diese Verben sind mit Präfixen, also mit bestimmten Vorsilben kombiniert, die den Sinn des Verbs verändern. In der gebeugten Form wird die Vorsilbe entweder vom Verb getrennt oder aber nicht getrennt.

 

laufen: ablaufen, weglaufen, verlaufen

 

ablaufen: Das Wasser läuft ab. – trennbares Verb

 

weglaufen: Peter läuft von zu Hause weg. – trennbares Verb

 

verlaufen: Susi verläuft sich. (Sie hat die Orientierung verloren.)

– nicht trennbares Verb

 

stehen: anstehen, verstehen

 

anstehen: Ich stehe an der Kasse an. – trennbares Verb

 

verstehen: Ich verstehe diese Aufgabe nicht. – nicht trennbares Verb

 

 

 

Vorsilben bei trennbaren Vorsilben:

 

ab-, an-, auf-,aus-, bei-, ein-, los-, mit-, nach-, her-, hin-, vor-, weg-, zu-, zurück-

 

Vorsilben bei nicht trennbaren Verben:

 

be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer-

 

Vorsilben bei trennbaren und nicht trennbaren Verben:

 

durch-, hinter-, über-, unter-

 

Die Stellung der Vorsilbe im Satz in den verschieden Zeiten bei trennbaren Verben:

 

Trennbare Verben zerfallen in zwei Teile in den einfachen Zeiten Präsens und Präteritum, sowie im Imperativ.

Sie stehen normalerweise am Ende des Satzes.

 

ab- fahren Präsens: Der Bus fährt pünktlich um 7 Uhr ab.

Präteritum: Der Bus fuhr pünktlich um 7 Uhr ab.

an- anmachen Präsens: Ich mache den Fernseher an.

Präteritum: Ich machte den Fernseher an.

auf- aufpassen Imperativ: Pass doch besser auf!
aus- ausschalten Präsens: Er schaltet das Licht aus.

Präteritum: Er schaltete das Licht aus.

her- herkommen Präsens: Wo kommst du her?

Präteritum: Wo kamst du her?

hin- hinfahren Präsens: Wo fährst du hin?

Präteritum: Wo fuhrst du hin?

mit- mitkommen Präsens: Er kommt mit ins Kino.

Präteritum: Er kam mit ins Kino.

zurück- zurückkommen Präsens: Sie kommt aus dem Urlaub zurück.

Präteritum: Sie kam aus dem Urlaub zurück.

 

 

Trennbare Verben werden nicht getrennt, sie bleiben zusammen:

 

Die Silbe -ge- tritt dabei zwischen Vorsilbe und Stamm

  • in den zusammengesetzten Zeiten: Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II
  • nach Modalverben
  • in Nebensätzen

 

an- anstehen Perfekt: Ich habe an der Kasse angestanden.
ein- einkaufen Plusquamperfekt: Er hatte gestern eingekauft.
zu- zuhören Perfekt: Du hast mir nicht zugehört.
mit- mitbringen Futur: Wird er mir wohl Blumen mitgebracht haben?

 

 

Nicht trennbare Verben:

 

  • bleiben mit dem Verb verbunden, auch in der gebeugten Form, sie können nicht allein stehen
  • das Partizip II wird ohne -ge- gebildet

 

ent- entwerfen Päsens: Der Architekt entwirft das Haus.

Perfekt: Der Architekt hat das Haus entworfen.

ge- gefallen Präsens: Er gefällt mir.

Präteritum: Er gefiel mir.

Perfekt: Er hat mir gefallen.

be- besuchen Präsens: Ich besuche ihn.

Perfekt: Ich habe ihn besucht.

 

 

Mehrteilige Verben

 

Zu dieser Kategorie gehören Verben, die das Prädikat aus zwei Teilen bilden:

 

zwei Verben:

geschenkt bekommen – Ich bekomme Blumen von meinem Mann geschenkt.

 

Verb und Substantiv:

Fußball spielen – Kommst du heute mit zum Fußballspielen?

 

Verb und Adverb:

rückwärts fahren – Autos können rückwärts fahren.