Learn German – Beitrag: Wie führe ich ein gutes Gespräch?

In diesem Beitrag geht es um Gesprächsführung, um gute Konversation. Es ist nicht nur wichtig sich gut ausdrücken zu können, sondern auch sich dem Gesprächspartner gegenüber höflich und korrekt zu verhalten.

Wie immer kannst du auch mit diesem Beitrag dein Lese-und Hörverständnis trainieren und viele Vokabeln lernen.

Wie führe ich ein gutes Gespräch?

Wie führe ich ein gutes Gespräch? Wie können wir uns unterhalten, so dass alle Gesprächspartner sich wohlfühlen und zufrieden sind, ja sogar bereichernd aus dem Gespräch herausgehen?
Was sind die Voraussetzungen für ein gutes Gespräch und welche Techniken kann man anwenden?

Hattest du es nicht auch schon mal, dass ein Gespräch nicht richtig in Gang kam, keine Fahrt aufnahm oder dass die Unterhaltung relativ schnell ins Stocken geriet und schnell beendet war?

Hattest du es nicht auch schon mal, dass dein Gesprächspartner dir keine Möglichkeit ließ, zu antworten, dich ins Gespräch einzubringen, von dir zu erzählen? Jemand der dich ohne Punkt und Komma zutextete? Der bei jedem Versuch den du unternahmst, etwas zu sagen, dir das Wort abschnitt und sofort weiter von sich erzählte?

Oder hast du es vielleicht schon mal bei dir selbst festgestellt, dass du nicht aufhören konntest zu reden, vom Hundertsten ins Tausendste kamst und feststelltest, dass dein Gesprächspartner gelangweilt war und das Gespräch auf nette, aber entschlossene Weise abbrach, und du ein wenig erstaunt darüber warst?

Diese Art von Unterhaltungen sind nicht schön, eher bedauerlich! Es sind keine guten Gespräche. Wollen wir derartige Unterhaltungen führen?

Ich glaube nicht. Also was können wir tun, um Derartiges zu vermeiden? Was muss man beachten, wenn man ein wertvolles und sogar bereicherndes Gespräch führen möchte?

Es gibt für mich drei Voraussetzungen, um ein gutes Gespräch zu führen:

1) Balance halten zwischen Sprechen und Zuhören

Da unsere Alltagskommunikation scheinbar selbstverständlich abläuft, achten wir gar nicht darauf, ob wir eine ausgeglichene Unterhaltung führen. Aber genau das sollten wir tun. Denn die Eindrucksseite, d. h. das Zuhören wird meistens vernachlässigt. Oft möchte sich jeder der Gesprächspartner gleichzeitig mitteilen ( Ausdrucksseite). Der eine möchte seine Meinung äußern, obwohl der andere gerade etwas erzählt.

Auch denkt man meist beim Zuhören schon an das, was man selbst als nächstes sagen will. Oder man hört nicht zu, weil man durch seine Umgebung abgelenkt oder mit den Gedanken ganz woanders ist. Damit ist die Aufmerksamkeit nicht wirklich gegeben, nicht aktiv vorhanden.

Dabei ist es doch ganz klar, denn wir haben schließlich zwei Ohren und nur einen Mund. Aber wir haben das richtig Zuhören verlernt. Zuhören bedeutet nicht nur etwas aufnehmen, sondern auch verstehen, sich einfühlen in die Person, die etwas erzählt. Nur so kann man entsprechend Fragen stellen und tiefer auf das Thema eingehen. Wenn man versucht, sich in die Person hineinzuversetzen und mitfühlt, kann man auch Verständnis und wahres Interesse zeigen.

Außerdem befreit das aktive Zuhören uns auch mal für einen Moment von unseren eigenen, unnützen Gedanken, die uns durch den Kopf schwirren – was innere Ruhe bringt.

2) Wohlbefinden und Vertrauen

Durch die Präsenz des wahren Zuhörens schafft man einen Raum des Wohlbefindens. Wenn man dann auch noch ehrlich ist und sich nicht hinter einer Maske versteckt und natürlich bleibt, also so ist wie man ist, schafft das Vertrauen. Es entsteht dann eine Offenheit, die es erlaubt, persönliche Erfahrungen und vielleicht sogar Empfindungen auszutauschen. Das Gespräch bleibt dann nicht mehr auf der sachlichen Ebene, sondern lässt Emotionen mit einfließen, die am Ende des Gesprächs einen starken und tiefen Eindruck in uns selbst hinterlassen und uns bereichern können.

Auch beeinflusst unsere Körpersprache stets die Kommunikation. Sie trägt einen enormen Teil dazu bei, wie wir von anderen Menschen wahrgenommen werden und wie wir andere Menschen wahrnehmen. Ja eigentlich ist es unmöglich nicht zu kommunizieren, denn unser Körper sendet immer Signale und Botschaften. Gestik und Mimik signalisieren den Grad der Aufmerksamkeit und des Interesses. Übrigens, jemanden in die Augen schauen, bedeutet, dass man bei ihm ist. Also mit einem Lächeln, einer lockeren und aufrechten Körperhaltung und mit Freundlichkeit können wir unseren Gesprächspartner zu einer netten, inspirierenden Unterhaltung einladen. Und durch eine derartige positive Ausstrahlung werden wir in den meisten Fällen eben auch das wieder zurückbekommen.

3) Unvoreingenommenheit

Eine weitere Voraussetzung, die eine Basis für ein gutes Gespräch darstellt, ist eine unvoreingenommene und offene Haltung gegenüber anderen Meinungen. Wenn man merkt, dass man mit einer geäußerten Meinung des Gesprächspartners nicht übereinstimmt, ist es nicht ratsam gleich Kritik zu üben und dem anderen seine eigene Meinung aufzudrängen. Vielmehr sollte man die andere Meinung erst mal so hinnehmen, wie sie ist. Man muss sie nicht übernehmen, nur akzeptieren. Das ist eine Art von Wertschätzung gegenüber der anderen Person. Man respektiert die Denkweise und die Haltung der anderen Person und stellt ihre Wichtigkeit in den Vordergrund. So wird eine Ebene geschaffen, auf der man diskutieren kann, ohne das Gefühl zu haben persönlich angegriffen zu werden. Die Diskussion verläuft dann zum größten Teil eher sachlich, was aber nicht die Kreativität mindert. Das Gegenteil ist der Fall. Es entsteht eben gerade dadurch ein Raum für kreatives Denken.

Im übrigen können Meinungsverschiedenheiten auch als Chance angesehen werden, seine eigene Meinung zu überdenken, sie zu ergänzen oder aber auch zu festigen. Andere Meinungen können als Anregung genutzt werden, um neue Blickwickel einzunehmen.

Fassen wir alles noch mal zusammen: Wenn du ein aufschlussreiches und wertvolles Gespräch führen möchtest, dann solltet du darauf achten, dass du eine gute Basis bildest, indem du eine Ausgewogenheit zwischen Sprechen und Zuhören herstellst, für Wohlbefinden und Vertrauen sorgst und unvoreingenommen bist. Das sind die Voraussetzungen für Kreativität und Inspiration. Nun wird es dir nicht mehr schwerfallen, gehaltvolle Informationen, persönliche Erfahrungen und Emotionen auszutauschen, neue Ideen und Anregungen zu bekommen und Wertschätzung zu empfinden.

Vielleicht ist dir schon alles bekannt, was ich dir erzählt habe. Und du erfreust dich guter Gespräche. Wenn nicht, so hoffe ich, dass ich dir einen Anstoß zum Nachdenken geben konnte. Und vielleicht probierst du diese Art von Gesprächsführung mal aus. Du wirst sehen, nach einer gewissen Zeit der Übung, lassen sich Unterhaltungen einfacher und wertvoller gestalten.

Viel Spaß!

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