Learn German – Beitrag: Eine Kalendergeschichte

Heute bekommst du wieder einen informativen Beitrag, mit dem du auch dein Lese-und Hörverständnis verbessern kannst.

Heute möchte ich euch eine Kalendergeschichte von Johann Peter Hebel, der von 1760-1826 lebte, vorstellen. Er machte die Kalendergeschichte, die wahrscheinlich im 16. Jahrhundert entstanden ist, erst richtig populär. Durch ihn entstand eine eigenständige literarische Gattung. Nach ihm folgten u.a. Gottfried Keller und Bertolt Brecht, die diese Tradition fortführten. Literarische Gattungen sind übrigens bestimmte Gruppen, denen man die verschiedenartig geschriebenen Werke inhaltlich und formal zuordnet. Es gibt drei Hauptgattungen der Literatur: Epik, Lyrik und das Drama. Als vierte Gruppe wird gerne auch die Sachliteratur genannt.

Aber was genau ist eine Kalendergeschichte?

Eine Kalendergeschichte ist eine kurze, unterhaltende und belehrende Erzählung, die ursprünglich für Kalender geschrieben wurde. Man konnte sie auf der Rückseite der Kalenderblätter finden. Neben der Bibel waren Kalender oft das einzige Lese- und Lernmaterial in den eher durchschnittlichen Haushalten. Deshalb sind sie einfach geschrieben und leicht zu verstehen, nicht zuletzt weil sie Anlehnung an die gesprochene Sprache finden. Sie sind also in Prosa (erzählender Text) verfasst und sind damit in der Kategorie Epik wiederzufinden.
Kalendergeschichten erzählen von lustigen und merkwürdigen Begebenheiten und Ereignissen aus dem Alltag und haben immer eine belehrende Funktion, die Moral.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Eine Kalendergeschichte von Johann Peter Hebel,
aus „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“

„Rom ist nicht in einem Tage erbaut worden.“ Damit entschuldigen sich viele fahrlässige und träge Menschen, welche ihr Geschäft nicht treiben und vollenden mögen und schon müde sind, ehe sie recht anfangen. Mit dem Rom ist es aber eigentlich so zugegangen. Es haben viele fleißige Hände viele Tage lang vom frühen Morgen bis zum späten Abend unverdrossen daran gearbeitet und nicht abgelassen, bis es fertig war und der Hahn auf dem Kirchturm stand. So ist Rom entstanden! Was du zu tun hast, mach’s auch so!

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