Dieser Beitrag bietet eine gute Möglichkeit euren Wortschatz zu erweitern, was sehr wichtig ist, um fließend Deutsch zu sprechen. Improve your German!

Viel Spaß!

Beitrag: Die Kunst Fragen zu stellen

„Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm.“
Jeder von uns kennt die Sesamstraße (Sesame Street) aus seiner Kindheit.
Kinser haben eine außergeöhnliche Fähigkeit, Fragen zu stellen. Sie wollen alles wissen, was es zu wissen gibt. Dabei können sie so hartnäckig und ausdauernd sein, dass es uns Erwachsenen manchmal schwer fällt, auf alles zu antworten, sei es, weil wir nach einer gewissen Zeit unruhig
und gereizt werden oder weil wir selbst manchmal gar keine Antwort wissen.

„Was ist das?“
„Warum regnet es?“ „Wo ist die Sonne, wenn es dunkel ist? Und warum taucht sie wieder auf?“„Wie geht das?“ „Warum haben wir Hunger?“ und so weiter. Kinder sind sehr kreativ, wenn es darum geht, wissen zu wollen, wie alles funktioniert. Sie entdecken die Welt, sie definieren und kategorisieren sie.

Wenn wir älter werden, hören wir nicht auf, zu fragen. Es verändern sich lediglich die Fragestellungen. Wir richten unseren Fokus mehr nach innen. Wir fragen uns, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen, was wir überhaupt vom Leben erwarten bzw. wie wir unser Leben leben
wollen. Und wir stellen uns letztendlich auch die Frage, ob es einen Sinn des Lebens gibt und worin er besteht.

Diese allgemeingültigen Fragen führten und führen zu ganzen Weltanschauungen. Religionen und Philosophien wurden auf sie begründet. Nehmen wir z.B. eine sehr bekannte Technik, um zu
Erkenntnissen zu gelangen. Sokrates und seine Kunst Fragen zu stellen – die Mäeutik.
Sokrates (469 v. Chr. – 399 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph der Antike. Er entwickelte eine bestimmte Vorgehensweise durch gezieltes Fragen, seinen Gesprächspartner zu Erkenntnissen zu
verhelfen und durch geschicktes Fragen, die Überzeugungen seines Gegenübers infrage zu stellen, um so neue Einsichten offenzulegen. Er verglich diese Technik mit der Hebammenkunst. Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass seine Mutter Hebamme war. Er sah sich als
„Hebamme“, also als Lernhelfer und sein Gesprächspartner, der Lernende, war demzufolge der „Gebärende“. Er war also behilflich beim Hervorbringen der eigenen, persönlichen Wahrheiten. Er hat vorhandenes Wissen zu tieferen Einsichten durch die Kunst des Fragens angeleitet und
geführt.

Über die Jahrhunderte hat die „sokratische Methode“ als Grundlage für neue Konzepte der Vermittlung von Wissen zu tieferen Einsichten immer wieder Anklang gefunden. Auch heutzutage ist man in den Schulen bemüht, Wissen durch selbständiges Denken der Schüler zu „gebären“.

Aber nicht nur dort wird die Kunst des Fragestellens angewendet. Es ist auch wesentlicher Bestandteil im Bereich Coaching. Durch gezielte Fragen an den Klienten wird dieser zum Nachdenken angeregt
und in eine bestimmte für ihn konstruktive Richtung geführt.

Die Liste ließe sich noch um einiges erweitern wie z.B.: Was für eine Fragestrategie benutzt der Verkäufer? Oder: Welche wichtigen Fragen hat ein Mediator zu stellen?

Fragen über Fragen!

Wir hören nicht auf, Fragen zu stellen, denn der Mensch ist von Natur aus wissbegierig und neugierig. Wir lernen unser ganzes Leben lang, die einen mehr und die anderen weniger. Das ist unser Weg und Beitrag für die Evolution, für die Weiterentwicklung des Menschen und die ihm innewohnenden Fähigkeiten.

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